Glossar

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Von Achtsamkeit bis Zero-Office-Policy

Neue Worte für Neues Arbeiten: Die New Work-Philosophie und ihre Vertreter haben große Ziele. Sie wollen Arbeit neu organisieren und dabei den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Manche Ideen sind neu, andere wiederum haben lange Tradition oder knüpfen an bekannte Konzepte an. Sprach man früher von Haltung und Mentalität, spricht man heute von „Mindset“. Das kleine New-Work-Glossar bringt etwas Licht ins Dunkel… 

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A

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist laut Definition des „Deutschen Fachzentrums für Achtsamkeit“ „eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit.“ Dabei handelt es sich um einen „klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen.“
Quelle: Was ist Achtsamkeit? | DFME – Deutsches Fachzentrum für Achtsamkeit

Agilität

Agilität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Organisation und sein Geschäftsmodell in kurzer Zeit auf neue Marktanforderungen und sich bietende Chancen auszurichten. Agilität im Unternehmen basiert auf zwei wesentlichen Eckpfeilern. Zum einen repräsentiert Agilität ein Set von Methoden, die ein Regelwerk für Zusammenarbeit, Kundenzentrierung und Führung bieten. Zum zweiten ist Agilität eine Frage der Haltung jedes einzelnen Mitarbeiters. Denn ohne das richtige Mindset bleiben agile Methoden weitgehend wirkungslos. Das heißt, Agilität im Unternehmen ist ein Zusammenspiel aus agilen Methoden und dem Mindset jedes einzelnen Mitarbeiters.

Ambidextrous Organisation

Der Begriff geht zurück auf Charles A. O’Reilly III and Michael L. Tushman. Er beschreibt Unternehmen, die gleichzeitig die Potenziale der Gegenwart voll ausschöpfen, während sie bereits die Möglichkeiten der Zukunft erkunden und vorbereiten (englisch ambidextrous = beidhändig)

Augenhöhe

Das Projekt „Augenhöhe – Film und Dialog“ portraitiert Unternehmen und Führungskräfte, die Selbstbestimmung, Demokratisierung, Potenzialentfaltung in ihren Organisationen wagen und umsetzen. Das Projekt wird durch Crowdfunding finanziert. Der Begriff hat sich zum beliebten Schlagwort für die Beschreibung von Elementen und Phänomenen der Selbstorganisation und Demokratisierung von Unternehmen etabliert. 

B

Bring your own Device (BYOD)

Regelung, die es Mitarbeitern erlaubt, private Endgeräte bei der Arbeit zu nutzen: Smartphone, Tablet, Laptop etc.

Blockchain

Die Blockchain, u.a. Grundlage der Kryptowährung Bitcoin, ermöglicht die dezentrale Speicherung aller Transaktionen innerhalb eines Netzwerkes. Die Technologie gilt als kaum manipulierbar und vollkommen transparent, da jeder Teilnehmer alle getätigten Transaktionen einsehen kann. Gleichzeitig können die Akteure weitgehend anonym bleiben. Dieses neue Verhältnis von Transparenz und Anonymität sowie das Wegfallen einer zentralen Steuerungs- oder Kontrollinstanz ergeben das disruptive Potenzial der Technologie.

Business Ecosystems

Der Begriff des „Business-Ökosystems“ beschreibt die zunehmende Vernetzung von Unternehmen und Branchen – und damit auch das Verschwimmen ihrer Grenzen – unter den Vorzeichen der Digitalisierung. Ab einem gewissen Vernetzungsgrad und einer damit einhergehenden Automatisierung laufen ökonomische Netzwerke teil- bis selbstorganisiert, und aus Value Chains werden Ökosysteme.

C

Collaboration / Kollaboration

Zusammenarbeit

Company Rebuilding

Neustrukturierung eines Unternehmens über Plattformen. Der Ansatz setzt auf das Prinzip der Zellteilung und der Bildung autonomer Einheiten im Unternehmen. Das Wachstum soll organisch wie anorganisch über Plattformen gesteuert werden.

Communities of Practice

„Communities of Practice“ sollen neue Arbeitsweisen oder Techniken im Unternehmen etablieren. Eine Community of Practice hat feste Mitglieder und ein verbindendes Element wie zum Beispiel ähnliche Fachkenntnisse. Zumeist gibt es feste Gesprächs- und Dokumentationsregeln.

Corporate Health

Gesundheitsmanagement in Unternehmen geht weit über Unfallschutz, Betriebsärzte und ergonomische Arbeitsplätze hinaus. Stress, Überarbeitung, Burnout, körperliche und psychische Beschwerden: Um die Leistungsfähigkeit im Job zu sichern, ist Gesundheitsvorsorge keine individuelle Angelegenheit mehr. Sie wird zur strategischen Führungsaufgabe.

Coopetition

Kooperation heißt schon lange das Zauberwort, um komplexe Probleme zu lösen. In Zukunft geht man noch einen Schritt weiter und wendet sich auch mal der Konkurrenz zu, um in bestimmten Fragen weiterzukommen, innovativ zu bleiben oder Synergieeffekte zu schaffen. Der Coopetition-Trend, eine Wortschöpfung aus „Cooperation“ und „Competition“, bezeichnet die lose Zusammenarbeit mit Wettbewerbern, um zeitweise die Kräfte zu bündeln, statt sich im Konkurrenzkampf aufzureiben.

Creative Class / Kreative Klasse

Der Begriff stammt aus der Wirtschaftstheorie Richard Floridas. Florida geht davon aus, dass die kreativen Köpfe einer Gesellschaft und die von ihnen ausgehenden Innovationen entscheidend für das ökonomische Wachstum von Regionen sind. Mitglieder der Kreativen Klasse sind in allen Bereichen der Arbeitswelt zu finden, entscheidend ist ihr „kreativer Output“ und die daraus entstehenden Innovationen.

Co-Creation

Co-Creation bedeutet, dass Unternehmen und Kunden bzw. Firmen und ihre Mitarbeiter zusammenarbeiten und ein gemeinsames Produkt entwickeln. Der Begriff geht auf den Unternehmensberater C. K. Prahalad zurück, der im Kreativprozess mit mehreren Personen eine neue Form der Wertschöpfung in Unternehmen sieht.

Co-Working

Die steigende Mobilität insbesondere von Beschäftigten in der Kreativwirtschaft lässt neue Kristallisationspunkte zum gemeinsamen Arbeiten und Teilen von Wissen entstehen. Co-Working Spaces sind Gemeinschaftsbüros, in denen zum Beispiel Selbstständige oder Projektteams temporäre Arbeitsplätze mieten können. Häufig sind diese Räume mehr als Büros – sie sind Orte der Begegnung, des Austausches und nicht selten der Geselligkeit.

Co-Working Spaces

Großraumflächen, die gemeinsames Arbeiten ermöglichen.

D

Design Thinking

Design Thinking ist ein Problemlösungs- und Innovationsansatz. Er wurde an der Stanford University entwickelt. Mittlerweile wird die Methode weltweit für große und kleine Innovations-, Entwicklungs- und Transformationsprojekte eingesetzt.

Desk Sharing

Mitarbeiter teilen sich einen Arbeitsplatz und den Schreibtisch. Es gibt keine Einzelbüros mehr, stattdessen Freiarbeitsflächen und Schreibtische zur flexiblen Nutzung.

Digitalisierung

Rein technisch betrachtet bezeichnet der Terminus „Digitalisierung“ den Trend, immer mehr Informationen digital zu speichern und immer mehr Prozesse und Lebensbereiche durch digitale Datenverarbeitung zu bestimmen. Darüber hinaus beschreibt der Begriff auch den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel, der durch technologischen Fortschritt vorangetrieben wird: Veränderung von Leben und Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft.

Digital Literacy

Digital Literacy bezeichnet einen souveränen und selbstbewussten Umgang mit den Herausforderungen der Digitalität. Die Fähigkeiten, die dafür die Basis bilden, sind kognitiver, sozialer und auch kultureller Natur: die Verarbeitung des digitalen „Information Overflow“, die Stärkung des menschlichen Miteinanders in digitalisierten Kontexten – und die generelle Bereitschaft, sich für die neuen Anforderungen digital vernetzter Kommunikation zu öffnen.

Digital Natives

Menschen einer Generation, die kein Leben ohne Internet und Smartphones mehr erlebt haben.

Diversity

Diversity bedeutet Vielfalt von Menschen, beispielsweise hinsichtlich Alter, Geschlecht, Herkunft, kulturellem Hintergrund, Qualifikationen etc. Angesichts grundlegender Veränderungen in der Arbeits- und Businesswelt gilt die Diversity von Mitarbeitern als zunehmend wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen hinsichtlich Innovationsfähigkeit und Resilienz.

Dringlichkeit

Mit dem „Prinzip Dringlichkeit“ (Sense of Urgency“) beschreibt Change-Experte John Kotter das Momentum, das Veränderungsvorhaben benötigen, um in die Tat umgesetzt zu werden: In seinem gleichnamigen Bestseller beschreibt Kotter die Dringlichkeit, permanent nach wichtigen Belangen im Unternehmen Ausschau zu halten und im Bedarfsfall so schnell wie möglich zu handeln. Menschen, die ein Gespür für diese Dringlichkeit besitzen, haben feine Antennen für Risiken, die das Unternehmen gefährden und suchen nach Möglichkeiten zur Verbesserung.

Disruptive Technologien

Eine disruptive Technologie (englisch disrupt = unterbrechen) ist eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt. Disruptive Innovationen sind meist am unteren Ende des Marktes und in neuen Märkten zu finden. Der Begriff geht zurück auf Harvard Business School-Professor Clayton Christensen, der diesen Begriff im 1997 erschienenen Buch „The Innovator’s Dilemma“ einführte.

Duales Betriebssystem

Change-Experte John P. Kotter schlägt den Unternehmen vor, zwei Organisationssysteme innerhalb des Unternehmens parallel zu etablieren, um wandlungsfähiger zu sein und schneller reagieren zu können. Das “zweite Betriebssystem“ soll im Gegensatz zum klassischen Organisationssystem als Netzwerk lose gekoppelter Initiativen von intrinsisch motivierten Freiwilligen. organisiert sein

E

Early Adopters

Der Begriff stammt aus der Diffusionsforschung. Early Adopters (dt: „frühe Anpasser“) nutzen als Erste neue technische Vorteile oder die neuesten Varianten von Produkten. Early Adopters gehören im Unternehmen zu den ersten, die neue Ideen übernehmen.

F

Führung 4.0

Auch als Leadership 4.0 oder Digitale Führung bezeichnet, beschreibt die neuen Anforderungen an Führungskräfte in der digitalen Transformation.

Digitale Führungskompetenz, Generations- und Wertebezogene Unterschiede im Umgang mit IuK-Technologien, agile Arbeitsmethoden und ein agiles Mindset, die aktive Gestaltung hybrider Arbeitskulturen, Emotionale Intelligenz, Partizipation, Empowerment, Führung auf Distanz und auf Augenhöhe gehören u.a. zum Standardrepertoire einer modernen Führungskraft in der Arbeitswelt 4.0.

G

Gig Economy

Die Gig Economy bezeichnet eine neue Wirtschaftsform, in der Menschen ihren Unterhalt durch situative, auf Kurzfristigkeit basierende Jobs bestreiten. Die digitalen Möglichkeiten der Plattformökonomie dienen dabei als ideale Mittler zwischen Kunden und diesen unabhängigen, freiberuflichen Auftragnehmern. Uber-Fahrer, Lieferboten, Texter etc. hanteln sich von einem Auftrag zum nächsten, wie es früher vorwiegend Musiker von Gig zu Gig taten.

Gig-Working

Gig-Working: Das Wort “Gig“ bezeichnet im Musikerjargon das Engagement für einzelne Auftritte. Dementsprechend bezeichnet „Gig Working“ in der Arbeitswelt den Trend zu freiberuflicher Projektarbeit (im Gegensatz zu langfristigen Arbeitsverträgen)

H

Holacracy

Holacracy ist ein Konzept des US-Unternehmers Brian Robertson. Es soll den Unternehmen helfen, Aufgaben, Befugnisse und Entscheidungsprozesse selbstorganisierend zu verteilen. Der Begriff Holacracy/Holokratie (holon = Kreis) geht auf Arthur Koestlers Theorien über Offene Hierarchische Systeme und Holone zurück („Der Geist in der Maschine“, 1968).

I

Industrie 4.0

Industrie 4.0 steht heute für die Digitalisierung der Industrie, die von Experten als vierte industrielle Revolution beschrieben wird: Getrieben durch das Internet wachsen reale und virtuelle Welt zu einem Internet der Dinge zusammen. Daraus folgt die Individualisierung der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien-)Produktion. Kunden und Geschäftspartner sind direkt in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse eingebunden.

Internet of Things

Das Internet of Things ist das Ergebnis umfassender Vernetzung und Interaktion zwischen digitalen Systemen. Gemeint ist damit nicht nur IT-Hardware wie Computer und Smartphones, sondern alle denkbaren Geräte und sogenannten cyber-physischen Systeme, ganz gleich ob Industrieanlagen, medizinische Apparaturen, Wearables, Fahrzeuge oder ganze Gebäude.

K

Kanban

Kanban ist eine agile Methode für evolutionäres Changemanagement. Der bestehende Prozess wird in viele kleine Schritte aufgeteilt und visualisiert (Das japanische Wort Kanban bedeutet deutsch: Karte oder Beleg). Die wachsende Anzahl von Kanban-Teams auf der ganzen Welt deutet darauf hin, dass sich durch Kanban nicht nur der bestehende Prozess immer weiter verbessert, sondern dass sich auch eine Firmenkultur entwickelt, die durch Vertrauen und gegenseitigen Respekt gekennzeichnet ist.

Kollaboration

Unter Kollaboration versteht man die oft technisch vermittelte Zusammenarbeit in Teams. Zielsetzung ist oft die Generierung neuer Ideen oder Problemlösungen, häufig ist die Zusammenarbeit intensiv, kreativ und zeitlich begrenzt. Durch Austausch entstehen Synnovationen, neue Verbindungen oder Sichtweisen. Die digitale Kommunikation ist dabei ein starker Treiber.

Kreativ-Ökonomie

Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird inzwischen als eigenständiges Wirtschaftsfeld verstanden und umfasst die vielfältige Medienbranche und die Designwirtschaft sowie Architektur, Marketing, Künste und die rasant wachsende Gaming-Branche. Mit ihrer Wirtschaftsleistung hat die Kreativwirtschaft bereits vielerorts zu den Spitzenbranchen wie Automobilindustrie und Maschinenbau aufgeschlossen.

Konsensdemokratie

Eine Form der Demokratie, in der anstelle der Machtausübung durch die Mehrheit der Dialog und Konsens zwischen allen angestrebt wird.

M

Mindset

Mindset bezeichnet ein vorherrschendes Denk- und Verhaltensmuster einer Person oder sozialen Gruppe. Früher sprach man von „Mentalität“.

Modularisisierung

Mit der Modularisierung wird der Produktlebenszyklus vom eigentlichen Produkt entkoppelt, es werden Modullebenszyklen eingeführt. Dies hat zur Folge, dass nicht mehr ganze Produkte neu entwickelt werden. Diese werden künftig aus einzelnen, unabhängig voneinander entwickelten Modulen konfiguriert. Die funktionsorientierte Produkt- und Modulgestaltung stellt dabei sicher, dass jedes Modul die zugewiesene Funktion auf die technisch und kostenseitig optimale Art und Weise löst. Die Vorteile liegen auf der Hand: kürzere Entwicklungszeiten, simultane Modulentwicklung und durch standardisierte Schnittstellen und Anforderungen auch unabhängige Validierung.

Massive Open Online Course (MOOC)

Massive Open Online Course, kurz MOOC, kombinieren traditionelle Formen der Wissensvermittlung mit interaktiven Foren, in denen eine große Anzahl von Menschen in virtuellen Lerngruppen zusammenarbeitet. Allgemein lassen sich MOOCs dadurch charakterisieren, dass sie keine Gebühren, keine Voraussetzungen außer Internet-Zugang und Interesse seitens des Nutzers verlangen.

N

New Pay

Sammelbegriff für moderne Entlohnungsmodelle, die auf geänderte Lebens- und Arbeitsumstände eingehen. Im Mittelpunkt stehen Transparenz und Bemühungen, den Begriff „Leistung“ neu zu definieren.

O

Open Innovation

Die Entwicklung neuer Produkte mit dem oder sogar durch den Kunden, Partner, Zulieferer oder die Crowd wird als Open Innovation bezeichnet. Die Bandbreite reicht von Online-Plattformen, auf denen Produktverbesserungen und -entwicklungen diskutiert werden, bis hin zu Workshops mit den treuesten Kunden. Ziel von Open Innovation ist es, die Innovationsqualität und -bandbreite zu steigern und Kunden zu binden.

P

Permanent Beta

Der Begriff „Beta“ benennt ursprünglich eine noch nicht vollständig zu Ende entwickelte Software-Version. Übertragen auf die moderne Arbeitswelt benennt der Trendbegriff das immer häufiger anzutreffende Phänomen, dass sich Prozesse, Projekte und Produkte und letztlich auch die individuelle Berufsbiografie in einem permanenten Wandel bzw. Anpassungsmodus befinden, der nie zu einem Abschluss kommt.

P2P Peer-to-Peer Connection

(Peer: englisch Gleichgestellter, Ebenbürtiger). Der Begriff stammt aus der Informationstechnologie und steht ursprünglich für die Verbindung von zwei gleichberechtigten Rechnern. Mittlerweile steht der Begriff allgemein für eine Kommunikation unter Gleichen.

Plattformökonomie

Als Plattformökonomie wird eine Wirtschaftsform bezeichnet, in der Online-Plattformen die Basis für den Austausch von Ressourcen und die Vermittlung von Geschäftsbeziehungen darstellen. Sie steuern die Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen und damit den Zugang zum Markt. Zu den bekanntesten Beispielen gehören Unternehmen wie Airbnb oder Uber, die selbst keinerlei Immobilien oder Fahrzeuge besitzen, aber zunehmend zu marktbestimmenden Global Playern werden.

Purpose

Engl. Purpose = deutsch: Grund, Ziel, Einsatzzweck. In seinem Bestseller „Drive. The Surprising Truth About What Motivates Us“ nennt Daniel Pink drei Elemente, die uns (nicht nur) bei der Arbeit motivieren: Autonomy – the desire to direct our own lives. 2. Mastery – the urge to get better and better at something that matters. 3. Purpose – the yearning to do what we do in the service of something larger than ourselves.

S

Service-Ökonomie

In der Entwicklung von der Industrie- zur Wissensgesellschaft wird Service weltweit zur wichtigsten volkswirtschaftlichen Größe. Der Dienstleistungssektor hat in den letzten Jahrzehnten einen immer größeren Anteil an der Wirtschaftsleistung und der Wertschöpfung. In dem Maße, wie die Wirtschaft immer mehr auf Wissen, Information und digitalen Prozessen basiert, wächst die Bedeutung der Service-Ökonomie. Hinzu kommt, dass Zeit- und Lebensqualität materielle Statussymbole als Luxusgüter zunehmend ablösen. Dienstleistungen, die dem Kunden Zeit sparen, gewinnen daher an Wert.

Scrum

Scrum ist ein Projektmanagementansatz aus der Softwareindustrie. Mit selbstorganisierenden Teams und schlanker Projektdokumentation soll die Produktentwicklung und das Erreichen der Projektziele schneller und flexibler erreicht werden. Der Begriff Scrum stammt ursprünglich aus dem Rugby-Sport.

Share Economy (Shareconomy)

Der Terminus bezeichnet Wirtschaftskonzepte, die auf einer Kultur des Teilens basieren.

Shared Product

Mindset Einstellung, die davon ausgeht, dass alle Prozesse und Entscheidungen im Unternehmen auf das Produkterlebnis des Kunden ausgerichtet sein müssen. Produkt und Produktentwicklungen werden nicht mehr von anderen Disziplinen wie Marketing, Vertrieb, Kundenbetreuung getrennt, weil für den Nutzer alle Bereiche im Zusammenspiel die gesamtheitliche Produkterfahrung ausmachen.

Social Business

Im vernetzten Wirtschaftssystem etabliert sich eine neue Unternehmenskultur. Sie strebt nicht mehr nach Profitmaximierung, sondern nach Maximierung des sozialen oder ökologischen Nutzens: Der Trend zum Social Business rückt gesellschaftliche Probleme in den wirtschaftlichen Fokus und will diese mit neuen unternehmerischen Mitteln lösen.

Start-Up Culture

Das Heer der Freischaffenden, Gründer und Jungunternehmer, die mit nicht ganz geradlinigen Lebensläufen das Angestelltendasein zugunsten eines Start-ups aufgeben, wird nicht nur zum Wirtschaftsfaktor. Mit ihrer Interdisziplinarität, ihren Geschäftsideen, ihrer Art zu arbeiten und an Probleme heranzugehen, übernehmen sie eine Vorbildfunktion in Sachen Arbeitskultur und setzen etablierte Unternehmen und ganze Branchen unter Innovationsdruck.

T

Talentismus

Der „War for Talents“, der Konkurrenzkampf um Fachkräfte, verschärft sich weltweit. In der Wissensgesellschaft sind kluge, kreative Köpfe zunehmend gefragt. Dabei geht es jedoch nicht mehr nur um standardisierte Qualifikationen und miteinander vergleichbare Abschlüsse. Stattdessen sind vielfältige Talente gefragt. Sie werden zu einer wichtigen ökonomischen und sozialen Währung für Unternehmen, aber auch für jeden Einzelnen. Der globale Wettbewerb fordert eine ständige Weiterentwicklung des Personalmanagements und Employer Brandings, aber auch der individuellen Beschäftigungsfähigkeit.

Teilhabe

Der Begriff stammt aus der Sozialgesetzgebung. Der Begriff wird verwendet, um die Beteiligung an Entscheidungs- und Verteilungsprozesse im Allgemeinen zu beschreiben.

TGIM (Thank God it‘s Monday)-Kultur

TGIM-Kultur schafft die Rahmenbedingungen, dass Mitarbeiter und Führungskräfte am Montag gerne zur Arbeit kommen und sich gemäß ihren Bedürfnissen und Werten in den Arbeitsprozess einbringen können.

Transformationale Führung

Der transformationale Führungsstil steht dem transaktionalen Führungsstil gegenüber. Während bei transaktionaler Führung der Tausch von durch den Vorgesetzten gewährten Belohnungen (Anreizsystem) gegen Leistung der Mitarbeiter im Vordergrund steht, zeichnet sich ein transformationaler Führungsstil dadurch aus, dass die Führungskraft Mitarbeiter inspiriert, Visionen aufzeigt, intellektuell anregt und auf die individuellen Besonderheiten der Betroffenen eingeht.

U

Urban Manufacturing

Der Wunsch nach Individualität und Qualität, ein steigendes Bewusstsein für lokale Wertschöpfung und die zunehmende Nachfrage nach regionalen Produkten schaffen einen neuen Markt für kleine produzierende Betriebe in Städten. Sie entwickeln sich zu Geschäftsmodellen jenseits der Nische. Ob Lifestyle-Objekte, Bekleidung, Delikatessen oder Möbel – die Stadt wird dank der Nähe zum Kunden als Produktionsstandort zurückerobert.

V

VUCA

Das Akronym VUCA steht für die Begriffe Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Unklarheit). Der Begriff stammt aus dem Militärwesen und wird mittlerweile oft genutzt, um gesellschaftliche Phänomene zu beschreiben.

W

Working out loud

Working Out Loud (WOL) ist eine Einstellung zur Arbeit und zum Lernen, nach der man nicht alleine und für sich lernt oder arbeitet, sondern andere an Lernzielen, Lernerlebnissen und Lernerfolgen teilhaben lässt, zum Beispiel in Working-Out-Loud Groups, die sich regelmäßig on- oder offline treffen.

Womanomics

Künftig wird die Frage nach der Rolle der Frau in Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr normativ-moralisch, sondern vor allem ökonomisch beantwortet. Unternehmen setzen immer öfter gleichwertig auf die Arbeitskraft, Intelligenz und Führungskompetenzen von Frauen und nehmen ihre Wünsche als Kundinnen ernst.

Work-Life-Blending

Die kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben, z.B. durch Home-Office-Modelle und Mobile-Office Lösungen, wird zur großen Aufgabe der kommenden Jahre. Statt weiterhin krampfhaft den Spagat zwischen zwei scheinbar trennbaren Welten zu versuchen, steht Work-Life-Blending für einen neuen Ansatz von Vereinbarkeit, indem Arbeitgeber und Arbeitnehmer Lösungen finden, um die steigende Belastung durch geschäftliche und berufliche Anforderungen zu kompensieren.

Z

Zero-Office-Policy

Ansatz, die Infrastruktur eines Unternehmens, ohne fest geplante Büroflächen zu organisieren, sondern über CoWorking Spaces und andere Meeting- und Trainingsflächen.